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Handelslogistiker als "Gestalter der Zukunft"

07.05.2015

Handelslogistiker als "Gestalter der Zukunft"

Unternehmen, die abwartet und erst agiert, wenn neue Trends die schnelllebige Branche bereits verändert haben, drohen, den Anschluss zu verlieren.

Wer in der Handelslogistik Erfolg haben will, muss sie aktiv mitgestalten. Wer abwartet und erst agiert, wenn neue Trends die schnelllebige Branche bereits verändert haben, droht, den Anschluss zu verlieren. Das ist das Fazit eines BVL-Forums zu den Herausforderungen in der Handelslogistik. Welche bedeutenden Veränderungen die Branche nachhaltig prägen werden, können die Referenten des Podiums heute allerdings noch nicht abschätzen. Und genau das ist laut Mattias Praetorius von Panalpina in Basel auch die größte Herausforderung für die Branche. Laut der Studie ?Logistik im Handel", die im Auftrag der BVL von dem Logistikberater 4Flow erstellt wurde, wird die Handelslogistik in den nächsten Jahren aber vor allem durch den demographischen Wandel, Innovationen im E-Commerce, den steigenden oder sich verändernden Kundenanforderungen und der wachsenden Bedeutung von Nachhaltigkeit getrieben. Doch welcher Absatzkanal wird sich durchsetzen? Der stationäre Handel, der Onlinehandel oder eine Kombination aus beidem? Cross-Channel-Logistik ist nach Auffassung von Andreas Kick, Executive Vice President bei 4Flow, die Antwort. Demnach muss die Handelslogistik für stationäres und nicht-stationäres Geschäft aus einem integrierten oder aus parallelen, aber verknüpften Netzwerken bestehen. Das bedingt dann automatisch eine engere Zusammenarbeit mit den Partnern im Unternehmen und der gesamten Supply Chain. Unternehmen, die schon seit vielen Jahren am Markt bestehen und immer dieselbe Linie verfolgt haben, wird dieser Wandel sicher schwerer fallen, als jungen Start-Ups. Denn Letztere profitieren von einer frischen, dynamischen und flexiblen Unternehmensphilosophie, behauptet Bernd Salfeld, Leiter Logistik & Entwicklung beim Onlineshop Relaxdays. Das Start-Up aus Halle mit 68 Mitarbeitern verkauft Produkte aus dem Bereich Haus, Garten und Freizeit im Internet in sechs verschiedenen Sprachen und verfolgt ganz gezielt eine internationale Strategie. Doch Salfeld weiß auch, dass man sich manchmal von lang geplanten Strategien trennen muss, um Erfolg zu haben. ?E-Commerce ist sprunghaft und nicht vorhersehbar, deshalb ist es wichtig, sein langfristiges Vorgehen immer wieder zu überdenken und sich manchmal auch von vielversprechenden Strategien zu trennen, auch wenn es schwer fällt". Die wachsenden Kundenbedürfnisse setzen die Händler dabei zunehmend unter Druck. Das Ergebnis sind ständig besser werdende Serviceleistungen, wie die Same-Delivery-Zustellung. Doch schaufelt sich die Branche damit nicht langfristig ihr eigenes Grab, wenn sie heute schon nahezu alles anbietet, was der Kunde wünscht und sich dabei mit Skandalen über schlechte Arbeitsbedingungen selbst den Ruf schädigt? Was soll der Onlinehandel denn in zehn Jahren?noch leisten, wenn Belieferung schon heute in wenigen Stunden möglich ist, kam die Frage aus dem Publikum. So konkret hatten die Referenten darauf natürlich keine Antwort. Aber klar ist: Nach dem Vorsprung von Amazon hatten die Händler keine andere Wahl als mitzuziehen, um im Wettbewerb zu bestehen. ?Allerdings ging bei Amazon auch alles sehr schnell. Das Unternehmen hatte kaum eine Chance, lange zu überlegen, um sich auf die rasanten Änderungen am Markt einzustellen. Da ist es logisch, das Fehlentscheidungen getroffen wurden, aus denen man heute lernen und es in Zukunft besser machen kann", glaubt Kick.

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