http://tl.dvz.de/news/fair_news

Das teure Geschäft mit der Schiene

07.05.2015

Das teure Geschäft mit der Schiene

Forum von Rail Business und VDB identifiziert Herausforderungen der Branche.

Kundenservices verbessern, Innovationen beschleunigen, Wirtschaftlichkeit erhöhen: Auf die Frage nach den aktuellen Herausforderungen für den Schienengüterverkehr fiel den Referenten des DVZ -Forums ?Schienengüterverkehr" eine Menge ein. Als ?Beinahe-Skandal" bezeichnete Prof. Paul Wittenbrink (DHBW Lörrach) das Fehlen eines Produkts, das den Kunden frühzeitig über verspätete Ankunftszeiten und andere Probleme auf dem Transportweg informiert. Für Jürgen Hüllen, Sprecher Technischer Innovationskreis Schienengüterverkehr (TIS), sind die Insellösungen in der Telematik ein handfestes Ärgernis. ?Auch der Schienengüterverkehr benötigt eine offene Plattform mit standardisierten Schnittstellen", mahnte der langjährige VTG-Vorstand. Probleme durch Überregulierung Quer durch nahezu alle Beiträge zog sich Kritik an den politischen Rahmenbedingungen beispielsweise für den Energiemarkt, die den Schienengüterverkehr um rund 20 Prozent verteuern. ?Die Überregulierungen schaffen ein Kostenproblem", sagte Stefan Kühn (DB Netz). Mit Prognosen über den künftigen Anteil des Schienengüterverkehrs am Modal Split hielten sich die Referenten zurück. Wittenbrink bezeichnete einen Anstieg von 17 auf 20 Prozent bis 2025 als realistisch. Trotzdem ist die Stimmung in der Branche positiv. Dem aktuellen Rail Freight Index (RFX) zufolge bezeichnen über 67 Prozent der 400 befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 7 Prozent sprechen sogar von sehr gut. Mit Ausnahme der Einzelwagen erwarten die meisten Unternehmen für alle Verkehre leicht steigende Volumina. Auch die Kosten werden ihrer Einschätzung nach vor allem beim Personal anziehen. Wittenbrink, der die RFX-Zahlen erhoben hat, wertete dies als erstes Indiz für einen künftigen Fachkräftemangel vor allem bei Lokführern und Rangierern. ?Hier muss ebenfalls gegengesteuert werden", mahnte der Logistikwissenschaftler. Beim Thema Innovation hat die Branche dies bereits getan. Mit den künftigen Anforderungen an Drehgestellen, Kupplungssystemen und anderem Equipment beschäftigen sich TIS-Arbeitskreise. ?Der wirtschaftliche Nutzen von Innovationen ist angesichts der europaweiten Produktionszahlen von nur 1500 Wagen im Jahr für Hersteller wie Halter gering", dämpfte Hillen Hoffnungen auf schnelle Ergebnisse. Der Schienengüterverkehr müsse sich auf klassische Stärken wie geringe Personal- und Energieintensität besinnen, mahnten andere Redner. (ben)

Close

App-Sponsoren